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CV-Geschichte IV
1946 beginnt der Wiederaufbau des CV in den westdeutschen Hochschulstädten, zunächst nach Besatzungszonen getrennt; auch die aus den besetzten Ostgebieten vertriebenen Verbindungen finden im freien Westen eine neue Heimat. Unabhängig davon gründet sich der ÖCV insgesamt wieder, bedingt auch durch die nunmehrige "Nationalwerdung Österreichs", die durch die zurückliegenden Jahre begünstigt worden ist.
Auf der 64. C.V. in Mainz (1950) kommt es zur endgültigen Wiederbegründung des CV durch den Zusammenschluß aller Zonenverbände. Zwischen 1950 und 1954 kommt es an den Hochschulen zum "Farbenstreit", von dem insbesondere Ascania/Bonn und Arminia/Freiburg sowie Falkenstein/Freiburg betroffen sind. Durch Richterspruch obsiegen die farbentragenden Korporationen.
Die "revolutionären" Jahre (1968) innerhalb der Studentenschaft wirken sich auch direkt auf den CV aus. Die Frage nach Sinn und Zweck unserer Prinzipien wird gerade von den Aktivitates immer wieder gestellt; Hauptangriffspunkt ist die konfessionelle Festlegung des Verbandes. Dies ist auch bedingt durch ein Mißverstehen des II. Vatikanischen Konzils (Ökumenismus). Mit diesen Auseinandersetzungen verlieren manche Verbindungen in den Folgejahren bis zu einem Viertel ihres Mitgliederbestandes. Auf der 83. C.V. in Kiel (1969) versucht die Verbandsspitze denjenigen Verbindungen, die nichtkatholische Mitglieder aufgenommen haben, ein Verbleiben im Verband zu ermöglichen. Ohne Änderung der Cartellordnung wird den betroffenen Verbindungen eine Sondergenehmigung erteilt, "diese Herren auch als vollwertige Bundes‑ und Cartellbrüder in Zukunft zu führen". Damit ist jedoch die Diskussion um die Aufnahme nichtkatholischer Studenten noch nicht abgeschlossen.
Nach den Zeiten der Unruhe im Verband findet 1972 die 86. C.V. in Freiburg statt, auf der das Selbstverständnis des CV auf der Grundlage der Prinzipien unmißverständlich formuliert wird. Damit findet das Infragestellen der Grundwerte zumindest ein vorläufiges Ende. Der Verband kann sich wieder den Außenaufgaben widmen, die er sich selbst gestellt hat. Diese Wende findet bei allen Verbindungen großen Zuspruch; der Begriff vom "Freiburger Frühling des CV" kommt auf. Eine überarbeitete Verfassung führt zur Einrichtung von Studenten- und Altherrentag (sogen. Strukturreform).
Die 88. C.V. in Fulda gibt 1974 ihre Zustimmung zu einem Abkommen mit dem Technischen Cartellverband (TCV). Dort wird auch das seit 1964 bestehende Freundschaftsverhältnis zu der Akademischen Verbindung Edo‑Rhenania (Tokio) vertraglich festgelegt.
Der CV tritt 1975 auf der 89. C.V. in Bonn dem im selben Jahr gegründeten "Europäischen Kartellverband christlicher Studentenverbände" (EKV) bei, dem heute insgesamt 12 Verbände angehören.
Im Herbst wird die "CV‑Afrika‑Hilfe unter der Führung des damaligen CV‑Seelsorgers Cbr. Edmund Dillinger (Vc, St, ...) geschaffen.
Zur 100. Cartellversammlung des CV in Frankfurt (1986) unter dem Vorort Hasso‑Nassovia / Moeno‑Franconia / Greiffenstein gibt die Deutsche Bundespost eine Sonderbriefmarke heraus.
Am 9. November 1989 fällt die Mauer in Berlin. Die Regierung der DDR öffnet die innerdeutsche Grenze. Die 104. C.V. in Tübingen (1990) ist die "Erste C.V. mit Studenten und Alten Herren aus der DDR", vertreten durch die Alemannia Greifswald zu Münster und Greifswald. Dort wird zudem die "Charta 90" verabschiedet, die eine Neufassung der gesellschaftspolitischen Grundsätze darstellt. Als 119. Verbindung wird die KAV Capitolina zu Rom in den CV aufgenommen. Am 3. Oktober findet die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten statt (die DDR existiert nicht mehr). Bereits fünf Jahre später gehören dem CV fünf neue Verbindungen in den "Neuen Bundesländern" an: Alemannia Greifswald (eingegliedert in die Alemannia zu Greifswald und zu Münster), Germania zu Leipzig, Chursachsen zu Dresden, Rheno‑Saxonia Köthen zu Halle und Norbertina zu Magdeburg an. Im November 1991 findet der erste Studententag in den Neuen Ländern in Leipzig statt. Gastgebende Verbindung ist die Germania zu Leipzig, die bereits seit 1984 im Untergrund existiert hat.
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