

Bonn hat eine lange und wechselvolle Vergangenheit: 1989 feierte die Stadt ihr 2000jähriges Bestehen. Im zweiten Jahrzehnt vor Christus fassten die Römer hier Fuß; damit tritt die heutige Stadt aus dem Dunkel der Vorgeschichte heraus. Das bedeutet Teilnahme am bewegten Geschehen auf der großen Völkerstraße des Rheintales, seit den Tagen der Römer Teilnahme auch an der Geschichte des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation bis zu dessen Untergang. Auch die jüngere Geschichte Bonns ist voller großer Ereignisse: Von 1949 bis 1990 war die kleine Stadt am Rhein Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland. Heute ist Bonn als Bundesstadt Sitz von Bundesorganisationen sowie von nationalen und internationalen Institutionen. Im Bonn-Berlin-Gesetz von 1994 wurde festgelegt, dass ein großer Teil der ministeriellen Arbeitsplätze am Rhein verbleibt. Sechs Ministerien sind noch in der Bundesstadt, der Bundespräsident behält die Villa Hammerschmidt als zweiten Dienstsitz, der Bundeskanzler das Palais Schaumburg. Den Strukturwandel nach dem Regierungsumzug bewältigt Bonn mit Erfolg, profiliert sich unter anderem Kongress-Standort und als Kulturreise-Destination.
Die Patrone der Stadt Bonn: Cassius, Florentius und Gefährten
Das Bonner Münster ist über den Gräbern der Bonner Stadtpatrone Cassius und Florentius erbaut. Es waren zwei römische Soldaten, die ihr Bekenntnis zum Christentum mit dem Leben bezahlten. Noch heute führt aus der Stadt heraus der Mordkapellenweg (Mord von Marter, Martyrium) hinaus zur Hinrichtungsstätte wo sich die Marterkapelle befindet.
Unterhalb des Bonner Münsters fand sich bei Ausgrabungen eine Kapelle, die um das Jahr 260 errichtet worden ist. Sie erinnert an den Märtyrertod der christlichen Freunde Cassius und Florentius. Cella memoriae, Raum des Gedenkens und des Dankens, so nannten die Archäologen den Raum unter dem Münster. Über den Gräbern der Märtyrer ein Ort des Gedenkens und des Dankes. Seit vielen hundert Jahren feiern wir Eucharistie an diesem Ort. - Eucharistie, d.h. Danksagung. Wir stehen auf Euren Schultern!
Die Entwicklung von einer kleinen Kultstätte der spätrömischen Zeit zur ersten Kirchengroßanlage im Rheinland, zu einem bedeutenden Beispiel mittelalterlicher rheinischer Kirchenbaukunst, lässt sich lückenlos verfolgen.


