Der Beginn

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Der Beginn
Kulturkampf
1933-45
Die Nachkriegszeit

 

CV-Geschichte I

 

Der Beginn des 19. Jh. wird durch zunehmende geistige und religiöse Verflachung und Gleichgültigkeit geprägt. Die katholische Kirche muß sich verstärkt gegen Angriffe aller Art verteidigen. Das Religiöse und Weltanschauliche wird bei den Studentenverbindungen vernachlässigt. Die wiederholten Übergriffe eines Staatskirchentums (insbesondere in Preußen) sowie der Hohn, den die Vertreter der katholischen Kirche ständig erdulden müssen, stärken das Selbstbewußtsein der katholischen Volksteile.

In den Kölner Wirren (1836 bis 1841) wird der Versuch des preußischen Staates offenkundig, die Institutionen der katholischen Kirche in ihren Grundfesten zu zerstören. Infolge unterschiedlicher Auffassungen über die Probleme der Mischehe kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Preußen und dem Erzbischof von Köln, Clemens August zu Droste‑Vischering (1773 bis 1845), in deren Verlauf der Erzbischof 1837 gefangengenommen und für zwei Jahre inhaftiert wird.

Während der Ausstellung des Heiligen Rocks in Trier (1844) muß die katholische Kirche wegen ihrer Auffassung über Heiligen‑ und Reliquienverehrung viele Schmähungen erdulden. Der Abwehrgeist der Katholiken fördert die Gründung katholischer Vereine und führt zum Zusammenschluß der deutschen Katholiken auf den Katholikentagen. Diese Bewegung greift auch auf die studentischen Kreise über. Um sich der geistigen und religiösen Verflachung zu widersetzen, stellen die Studenten die neu geschaffenen Vereinigungen auf konfessionelle Basis. Dem studentischen Gemeinschaftsleben soll durch die bis in die heutige Zeit erhalten gebliebenen Prinzipien Religion, Wissenschaft, Freundschaft ein neuer Inhalt gegeben werden.

Die Entwicklung des katholischen Verbindungsstudententums verläuft in verschiedenen, voneinander völlig unabhängigen Phasen. Unter dem Eindruck des Aargauer Klostersturms (Aufhebung der Klöster im Kanton Aargau) entstehen in der Schweiz die ersten katholischen Studentenvereinigungen unter den Grundsätzen "virtus, scientia, amicitia".

 

Am 15. November 1844 wird in Bonn die katholische Verbindung Bavaria gegründet, um "durch Belebung der katholischen Interessen dem fortschreitenden Indifferentismus Einhalt zu gebieten". Dank des Engagements von Bavaria entstehen in Bonn noch fünf weitere katholische Vereinigungen, u.a. Salia, die 1855 den Unitas‑Verband ins Leben ruft.

Der Gymnasiast Franz Lorenz Gerbl gründet 1848 mit mehreren Mitschülern am 25. Juni einen "Katholischen Leseverein für Studierende" in München. Aus diesem Verein entsteht am 5. Februar 1851 die Studentenverbindung Aenania "zur Förderung des gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Lebens unter den Mitgliedern".

Am 17. Juli 1856 wird durch das Bemühen eines Aenanenphilisters in Breslau die katholische Studentenverbindung Winfridia geschaffen, um das "katholische Bewußtsein zu kräftigen, reges wissenschaftliches Streben zu fördern und enge Freundschaft für das Leben auszubilden". Winfridia regt am 29. Juli an, daß beide "Schwesterverbindungen" freundschaftliche Beziehungen aufnehmen sollen; Aenania stimmt am 6. Dezember 1856 zu. Dieser Tag gilt zugleich als Geburtsdatum des "Cartellverbandes der katholischen deutschen Studentenverbindungen" (CV).

In Frankfurt findet 1863 die erste Cartellversammlung (C.V.) gemeinsam mit dem Katholikentag statt.

Die Begrenzung der CV‑Verbindungen nur auf Universitäten wird 1876 aufgehoben, so daß sich der Verband auch auf Technische und Tierärztliche Hochschulen sowie Bergakademien ausdehnen kann.

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