|
|
CV-Geschichte II
1904 beginnt der "akademische Kulturkampf" mit dem Ziel, die katholischen Korporationen aus der Hochschullandschaft zu vertreiben. Aufgrund ihrer Ablehnung des Duells und der Mensur hatten sich die katholischen Vereinigungen den besonderen Hass der "Schlagenden" zugezogen. Im Namen der "akademischen Freiheit", die angeblich durch die konfessionelle Bindung in Korporationen in Gefahr schien, setzte eine Welle übelster Ränkeschmiederei gegen die katholischen Studentenverbindungen ein, in die sich nicht selten die Hochschulbehörden einspannen ließen; auch die christlichen Idealen verpflichteten Verbände wie Wingolf und Schwarzburgbund nahmen an dem Kesseltreiben gegen die "Konfessionellen" regen Anteil.
Der CV ist unter den
katholischen Verbänden ein besonders beliebtes Ziel der Angriffe, weil er für
seine Gegner an den zur Schau gestellten Farben besonders leicht zu erkennen
ist. Den Höhepunkt des Hochschulstreites bilden die Auseinandersetzungen in
Jena. Am Aschermittwoch veranstalten die Corps einen Umzug, in Auf dem Vertretertag der deutschen Hochschulen im März 1905 wird der "Verband deutscher Hochschulen" gegründet; eines der wichtigsten Ziele dieses Organs ist die Bekämpfung der konfessionellen (katholischen) Verbindungen.
Das Treiben der zumeist schlagenden Korporationen gegen die katholischen findet selbst im preußischen Kultusministerium keine Zustimmung; im Rahmen der akademischen Freiheit hätten auch konfessionelle Vereinigungen ihre Daseinsberechtigung. Auch Kaiser Wilhelm II. nimmt eine vermittelnde Haltung ein; er hoffe, "dass die Studenten stets bestrebt sein mögen, die deutsche Geistesfreiheit auch durch die Achtung vor der Überzeugung Andersdenkender hochzuhalten".
Mit der Auflösung des "Verbandes deutscher Hochschulen" findet der akademische Kulturkampf 1908 ein Ende; aufgrund der inneren Geschlossenheit der katholischen Verbände war er zum Scheitern verurteilt.
Die 43. C.V. in Würzburg nimmt 1907 als viertes Prinzip "patria" in die CV‑Satzung auf.
Im Ersten Weltkrieg kommt das Verbindungsleben weitgehend zum Erliegen. |
Zur Startseite der Homepage - Letzte Änderung 18.03.2007 - Impressum © Staufia 1996-2006 - Haftungsausschluss - Webhosting: Meport
|