Kulturkampf

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Der Beginn
Kulturkampf
1933-45
Die Nachkriegszeit

 

CV-Geschichte II

 

Der "Kulturkampf" fordert 1878 in den Reihen des CV sein erstes Opfer: Im August wird die erste Münstersche Cartellverbindung, Alsatia (am 19. November wiederbegründet als Saxonia, nicht zu verwechseln mit der 1904 gegründeten Alsatia), durch Senatsverfügung aufgelöst. Alsatia hatte sich offen zum "Zentrum" und den deutschen katholischen Bischöfen bekannt und damit im Gegensatz zur preußischen Politik geraten.

 

1904 beginnt der "akademische Kulturkampf" mit dem Ziel, die katholischen Korporationen aus der Hochschullandschaft zu vertreiben. Aufgrund ihrer Ablehnung des Duells und der Mensur hatten sich die katholischen Vereinigungen den besonderen Hass der "Schlagenden" zugezogen. Im Namen der "akademischen Freiheit", die angeblich durch die konfessionelle Bindung in Korporationen in Gefahr schien, setzte eine Welle übelster Ränkeschmiederei gegen die katholischen Studentenverbindungen ein, in die sich nicht selten die Hochschulbehörden einspannen ließen; auch die christlichen Idealen verpflichteten Verbände wie Wingolf und Schwarzburgbund nahmen an dem Kesseltreiben gegen die "Konfessionellen" regen Anteil.

Der CV ist unter den katholischen Verbänden ein besonders beliebtes Ziel der Angriffe, weil er für seine Gegner an den zur Schau gestellten Farben besonders leicht zu erkennen ist. Den Höhepunkt des Hochschulstreites bilden die Auseinandersetzungen in Jena. Am Aschermittwoch veranstalten die Corps einen Umzug, in dem die Institutionen der katholischen Kirche der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Auf einer später einberufenen Studentenversammlung wird eine Resolution verfaßt, in der die "Jenenser Studentenschaft es für ein folgenschweres, dem Wesen der Deutschen Studentenschaft widersprechendes Unterfangen und für ein das deutsche Empfinden schwer schädigendes Übel hält, daß sich farbentragende konfessionelle Verbindungen auf deutschem Boden bilden". Statt Corps und Studentenschaft zur Ordnung zu rufen, verbietet der Senat im März der Sugambria das Farbentragen; erst nach der Revolution von 1918 wird das Verbot aufgehoben.

Auf dem Vertretertag der deutschen Hochschulen im März 1905 wird der "Verband deutscher Hochschulen" gegründet; eines der wichtigsten Ziele dieses Organs ist die Bekämpfung der konfessionellen (katholischen) Verbindungen.

 

Das Treiben der zumeist schlagenden Korporationen gegen die katholischen findet selbst im preußischen Kultusministerium keine Zustimmung; im Rahmen der akademischen Freiheit hätten auch konfessionelle Vereinigungen ihre Daseinsberechtigung. Auch Kaiser Wilhelm II. nimmt eine vermittelnde Haltung ein; er hoffe, "dass die Studenten stets bestrebt sein mögen, die deutsche Geistesfreiheit auch durch die Achtung vor der Überzeugung Andersdenkender hochzuhalten".

 

Mit der Auflösung des "Verbandes deutscher Hochschulen" findet der akademische Kulturkampf 1908 ein Ende; aufgrund der inneren Geschlossenheit der katholischen Verbände war er zum Scheitern verurteilt.

 

Die 43. C.V. in Würzburg nimmt 1907 als viertes Prinzip "patria" in die CV‑Satzung auf.

 

Im Ersten Weltkrieg kommt das Verbindungsleben weitgehend zum Erliegen.

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